Elfjähriger Junge aus Angola wird im Gerolsteiner Krankenhaus behandelt

Priscilla Rodrigues de Mattos hilft bei der Kommunikation

Foto: v.o.li.: Juliano Nake, Jones, Jonatan Nake, Jule Nake und Priscilla Rodrigues de Mattos.

21.07.2017

Jones ist 11 Jahre alt, sehr kontaktfreudig und aktiv. Er wird seit Anfang März im Gerolsteiner St. Elisabeth-Krankenhaus an einer Armverletzung behandelt. Zwei Operationen waren bisher nötig und eventuell steht noch eine dritte an. „Zunächst muss Jones wegen eines starken Infektes noch weiter mit Antibiotika behandelt werden, dann sehen wir weiter.“, so die behandelnde Ärztin, Stefanie Senden.

 

Jones ist ohne familiäre Begleitung ins Gerolsteiner Krankenhaus gekommen. Vermittelt wurde er vom Friedensdorf International in Oberhausen, eine Hilfseinrichtung, die kranke und verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Versorgung nach Deutschland holt. Die Behandlungskosten von Jones übernimmt das Gerolsteiner Krankenhaus.

 

Da Jones nur portugiesisch spricht, mussten die Sprachbarrieren überwunden werden. „Auf Bitten der Schwestern der chirurgischen Station suchten wir nach jemandem mit portugiesischen Sprachkenntnissen“, sagt Krankenhausoberin Helga Beck. Das erschien zunächst nicht einfach, doch dann fand sich Priscilla Rodrigues de Mattos. Die 36-Jährige hat selbst drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in Gerolstein. Priscilla stammt aus Brasilien und ist vor 24 Jahren nach Deutschland gekommen. Als sie erfuhr, dass im Krankenhaus ein kleiner Junge ist, der nur portugiesisch spricht, war sie gleich bereit zu helfen. „Mir ist der Kleine ans Herz gewachsen“, sagt sie nach mehreren Kontakten.

 

Seit Anfang Juni besucht sie Jones mit ihren Kindern Juliano, 12 Jahre, Jonatan, 9 Jahre und Jule 4 Jahre, mindestens dreimal in der Woche im Krankenhaus. Die Kinder spielen und sie redet mit ihm und übersetzt Fragen. „Jones lernt sehr gerne, er saugt alles auf, kann schon gut lesen und schreiben und will viel Mathe lernen“, sagt Priscilla begeistert. Sie telefoniert fast täglich mit dem kleinen Patienten und gibt ihm so das Gefühl, dass er nicht alleine ist. Schade findet Priscillia, dass sie mit ihrer Familie jetzt in Urlaub fährt. „Mein Mann hat schon gesagt, wenn wir das mit Jones gewusst hätten, dann wären wir jetzt nicht gefahren“, sagt sie und ist froh, dass der Junge noch da ist, wenn sie zurück sind.

 

Jones ist mittlerweile so etwas wie der Wirbelwind der Station. Man sieht ihn überall und wer Zeit hat, beschäftigt sich mit ihm. Er liebt Fußball und hat in Assistenzart Zakatov einen treuen Mitspieler und Vertrauten gefunden. Jones ist sehr kontaktfreudig. Im Krankenhaus wundert sich keiner, wenn der kleine dunkelhäutige Junge mit dem Fußball im Flur unterwegs ist und Mitspieler sucht. Sein Deutsch wird auch immer besser, verstehen kann er schon einiges und auch einige Worte reden. Auf die Frage nach seinem Heimweh, die selbstverständlich von Priscilla übersetzt wird, antwortet er: „Ich weiß, dass mir hier geholfen wird, das kann ich gut ertragen“.

 

Zuhause in Angola wartet seine Familie, Vater, Mutter und seine Schwester von acht Jahren. Ein Bruder ist verstorben. „Wenn ich fertig bin mit meiner Behandlung, komme ich wieder zurück zu meiner Familie“ freut sich Jones.

 

Im Krankenhaus sind alle froh und dankbar, dass die junge Mutter von drei Kindern sich die Zeit nimmt, sich um den kleinen Jones zu kümmern und vor allen Dingen auch das Problem der Kommunikation löst.

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