Im Mittelpunkt zu stehen, das war ihre Sache nicht

Helga Beck hat mehr als 37 Jahren für den Träger gearbeitet – jetzt ist die Oberin des Marienhaus Klinikum Eifel in den Ruhestand gegangen

Nach gut 37 Jahren in Diensten der Marienhaus Unternehmensgruppe ist Helga Beck zum Jahreswechsel in den wohlverdienten Ruhestand gegangen.

16.01.2019

Bitburg/Gerolstein. „Schreiben Sie aber bitte nicht so einen langen Artikel über mich“, sagt sie gleich zweimal während unseres Gespräches. Typisch Helga Beck, denke ich mir. Es gibt nämlich wirklich nur wenige Führungskräfte im Unternehmen, die so zurückhaltend und bescheiden auftreten wie sie, ruhig und sachlich ihre Arbeit tun und die alles, nur eines nicht wollen: nämlich im Mittelpunkt stehen. Nach mehr als 37 Jahren in Diensten der Marienhaus Unternehmensgruppe ist Helga Beck zum Jahreswechsel in den Ruhestand gegangen. Sie gehört zu den Menschen, die – so hat es Schwester M. Basina Kloos einmal formuliert – „ökonomisch wie ethisch denken und christliche Werte verinnerlicht haben“ und die deshalb für diesen Träger so wertvoll und unverzichtbar sind. Da darf dann auch der Rückblick auf ein erfülltes Berufsleben schon mal ein klein wenig länger ausfallen.

 

Auch wenn sie erst im Oktober 1981 als Lehrerin für Pflegeberufe in der Krankenpflegeschule am Marienkrankenhaus in Trier-Ehrang für den Träger zu arbeiten begann, die Waldbreitbacher Franziskanerinnen lernte Helga Beck schon Jahre früher kennen. Im Kreiskrankenhaus in Saarburg, wo sie 1971 ihre Ausbildung in der Krankenpflege begann und anschließend jahrelang im OP arbeitete, waren diese nämlich in Gestellung tätig. Nachdem sie an der Schwesternhochschule der Diakonie in Berlin die Qualifikation als Lehrerin für Pflegeberufe und als Pflegedienstleitung erworben hatte, kehrte sie in die Heimat zurück, bewarb sich in Ehrang (klassisch auf eine Stellenanzeige hin) und wurde genommen.

 

Rund zehn Jahre unterrichtete sie dort, erinnert sich gerne an die großen Klassen, die es damals noch gab (mit bis zu 35 Schülerinnen und Schülern) und nennt Namen von Menschen, die sie mit ausgebildet hat und die es zwischenzeitlich in der Trägerschaft zu etwas gebracht haben. Dann übernahm sie zusätzlich Aufgaben aus der Pflegedirektion (sie war für die Funktionsbereiche zuständig), wurde 1992 Pflegedirektorin und im Herbst 1996 schließlich (als Nachfolgerin von Schwester M. Ernesta Wolter) die erste weltliche Oberin im Marienkrankenhaus. Die Aufgabe übernahm sie 1999 auch im St. Josef-Krankenhaus in Hermeskeil. Und obwohl die Kooperation der beiden Schwesterkrankenhäuser in Trier-Ehrang und Hermeskeil nicht von langer Dauer war, blieb Helga Beck Oberin beider Krankenhäuser. Hermeskeil verließ sie 2010 (hier wurde Annette Münster-Weber ihre Nachfolgerin), ein Jahr später auch Trier-Ehrang. Das Marienkrankenhaus war damals Teil des Ökumenischen Verbundkrankenhauses, und dort meinte man, ohne Oberin auskommen zu können. (Dass es das ÖVK zwischenzeitlich nicht mehr gibt, sei nur am Rande erwähnt).

 

Das Marienhaus Klinikum Eifel mit seinen Standorten in Bitburg, Gerolstein und (bis Ende 2017) Neuerburg war in den letzten gut sechs Jahren Helga Becks Wirkungsstätte – als Oberin und (in Neuerburg) als Leiterin der Pflegeeinrichtung für Patienten der Phase F. – Ihre Nachfolgerin als Oberin in der Eifel ist Katharina Schmitt. Die hat sie in den zurückliegenden Monaten begleitet, und Helga Beck freut sich, dass ihre Nachfolgerin sehr kommunikativ ist und bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut ankommt.

 

Helga Beck schaut zufrieden auf all die Jahre zurück. Für Waldbreitbach zu arbeiten, das sei eine „schöne und abwechslungsreiche Zeit“ gewesen, sagt sie. Der Träger habe sie stets gefördert, erinnert sie sich dankbar beispielsweise an den von der Vereinigung der Ordensoberinnen Deutschlands getragenen Kurs zur Vorbereitung auf das Oberinnenamt, den sie zusammen mit Christel Müller aus Neunkirchen habe besuchen dürfen. Der Träger sei sehr offen und „den Mitarbeitern zugewandt“, aber es müsse ein Ruck durchs Unternehmen gehen, vor allem müssten Entscheidungen schneller getroffen und konsequenter umgesetzt werden, ist sie überzeugt.

 

Als sie 1981 begann, da waren noch auf allen Stationen Ordensschwestern tätig. Heute begegnet man in den Einrichtungen kaum noch Schwestern. Trotzdem beantwortet sie die Frage, ob Marienhaus denn noch ein christliches Unternehmen sei, mit einem klaren Ja. Schließlich „spielen unsere Werte bei Entscheidungen immer noch eine zentrale Rolle“, betont sie. Und es gibt Instrumente wie die ethische Fallbesprechung, die dafür sorgen, dass das christliche Menschenbild im Alltag nicht unter die Räder kommt.

 

Und dann gibt es ja noch Menschen wie Helga Beck, die durch ihre Arbeit und ihr Wirken für diese Werte überzeugend einstehen.

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