„Ich habe mich beim Träger wohl gefühlt, er war immer für mich da“

Nach 43 Jahren im Bitburger Krankenhaus geht Jenny Marmann in den Ruhestand – eine Begegnung mit der langjährigen Pflegedirektorin

43 Jahre hat sie im Bitburger Krankenhaus gearbeitet, Ende Juli ist für Pflegedirektorin Jenny Marmann endgültig Schluss: Sie geht in den Ru-hestand.

24.07.2020

Bitburg. Dass es keine große offizielle Feier zu ihrer Verabschiedung gibt, das kommt ihr sehr entgegen. Denn eigentlich, das sagt sie auch direkt zu Beginn unseres Gesprächs, wäre ihr ein Abschied nach dem Motto Ich gehe – das war’s am liebsten. Dabei hat sie (für mich in fast 30 Jahren Waldbreitbach eine echte Premiere) für unser Treffen Ende Juni sogar extra einen sündhaft leckeren Kuchen gebacken. Also freut sie sich vielleicht doch ein wenig, dass wir ihr Ausscheiden als Pflegedirektorin zum Anlass nehmen, über ihre 43 Jahre in Diensten des Bitburger Krankenhauses zu berichten. – Wer ihre Nachfolge antritt, ist übrigens noch nicht entschieden.

 

Dabei hätte nicht viel gefehlt und Jenny Marmann hätte einen gänzlich anderen Berufsweg eingeschlagen. Denn nach dem Abitur wollte sie eigentlich Theologie studieren und vielleicht Pastoralreferentin werden. Weil aber ihre Eltern ihr Veto einlegten (Theologie sei Männersache, meinte ihr Vater), machte sie die Ausbildung in der Krankenpflege. Wobei die Clemensschwestern aus Münster, die damals (das war 1977) das Bitburger Krankenhaus führten, eigentlich nur ungern Abiturienten nahmen, denn die gingen nach der Ausbildung gleich wieder, musste sie sich anhören.

 

Jenny Marmann aber blieb und arbeitete nach dem Examen im OP. Nachdem die Waldbreitbacher Franziskanerinnen Anfang 1984 wieder die Trägerschaft des Hauses übernommen hatten, dauerte es nicht lange, bis die damalige Oberin und Pflegedirektorin Schwester M. Anna Assmann sie fragte, ob sie ihre Assistentin werden wolle. Jenny Marmann wollte, lernte bei einem Praktikum im Marienkrankenhaus in Trier-Ehrang, wie Waldbreitbach den Pflegedienst verstand und organisierte, stöhnte anfangs unter der für sie ungewohnten Bürokratie. Die Arbeit mit den Stationsleitungen aber „machte mir viel Spaß“, erinnert sie sich.

 

Während sich Schwester Anna mit der Zeit immer mehr auf ihre Aufgaben als Oberin konzentrierte, übernahm Jenny Marmann in der Pflegedienstleitung immer mehr Verantwortung. Offiziell Pflegedirektorin wurde sie dann 1996 und blieb es (damit war beziehungsweise ist sie die Dienstälteste unter ihren Kolleginnen und Kollegen) für 24 Jahre. – Eine Zeit, in der sich viel getan hat. Anfangs, so erzählt sie, habe es in der Pflege noch die 6-Tage-Woche gegeben. Sie hätten Hauptnachtwachen etabliert, mit einem ständigen Auf und Ab bei den Schülerzahlen kämpfen müssen, die Pflegepersonal-Regelung eingeführt und wieder ausgesetzt. Und, das ist ihr besonders wichtig, die Fort- und Weiterbildung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pflege ausgebaut, insbesondere auch für die mittlere Führungsebene. Und die Krankenpflegeschule, die vor Jahren in das Bildungszentrum Eifel-Mosel in Wittlich integriert wurde, kehrt in diesem Sommer als Außenstelle von Wittlich nach Bitburg zurück. Für sie ein Grund zur Freude.

 

Kommt man in all den Jahren nicht irgendwann mal auf die Idee, beruflich sein Glück woanders zu versuchen? Nein, dazu habe es nie einen Grund gegeben, sagt sie spontan. „Ich habe mich beim Träger wohl gefühlt, er war immer für mich da“. Sie habe sich intensiv weiterbilden dürfen, habe viele gute Mitarbeiter und Kollegen erlebt und über all die Jahre auch im Direktorium erfahren, wie wertvoll es ist, wenn man gemeinsam an einem Strick zieht – und manchmal auch gemeinsam feiert. „All das schweißt zusammen“, ist sie sich sicher. Und, auch das ist ihr überaus wichtig, trotz des wachsenden wirtschaftlichen Drucks „haben wir uns immer einen Rest Christlichkeit bewahrt, auch in Krisenzeiten“, sagt sie nicht ohne Stolz.

 

Das Bitburger Krankenhaus ist ihr in den 43 Jahren natürlich ans Herz gewachsen, ist für sie „Familie und Heimat und wird immer mein Krankenhaus bleiben“. Auch wenn sie von ihrem Küchenfenster aus das Krankenhaus sehen kann, so wird sie sich komplett raushalten und ihren Nachfolgern nicht in die Quere kommen. Das steht für sie fest wie das Amen in der Kirche.

 

Was sie in Zukunft machen wird? Sicherlich viel reisen, die Rolle als Oma genießen und sich endlich mit 43 Jahren Verspätung den Traum eines Studiums erfüllen. An der Uni in Trier will sie ab dem Wintersemester Geschichte studieren. Und dagegen wird heute garantiert niemand ein Veto einlegen…

 

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