Unterstützung für ein Leben ohne Drogen und Alkohol

Das Marienhaus Klinkum Eifel bietet in Gerolstein akute und qualifizierte Entgiftungen sowie Drogenersatztherapie an.

Dr. Stefan Thielscher, der Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie, Psy-chotherapie und Psychosomatik der Marienhaus Klinik Eifel, im Ge-spräch mit einem Patienten.

03.03.2021

Gerolstein. „Wir sind in der Region einschließlich Trier die Einzigen, die Opioid-abhängigen Patienten eine Therapie mit Drogenersatzstoffen anbieten“, sagt Dr. Stefan Thielscher. Häufig seien es Menschen, die schon seit Jahren an einer Heroinsucht leiden und einen Weg suchen, mit dieser Sucht besser zu leben, so der Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Marienhaus Klinik Eifel. „Sie können bei uns einen sogenannten „warmen Entzug“ machen -im Gegensatz zum kalten Entzug („cold turkey“)“, sagt er. Dabei erhalten sie das Medikament L-Polamidon, ein starkes Schmerzmittel, als Ersatz für das Heroin. Das lindert die körperlichen Entzugserscheinungen. Die Substitutionsdroge kann langsam ausgeschlichen werden und viele Patienten können anschließend abstinent leben.

Zahlreiche Patienten werden allerdings langfristig im Substitutions-Programm – das in der Bevölkerung eher als Methadon-Programm bekannt ist - betreut. Kommt diese Therapie für einen Patienten in Frage, stellt Dr. Thielscher einen Antrag bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Mainz. Zusätzlich muss sich der Patient bei einer Suchtberatungsstelle betreuen lassen und regelmäßig Termine bei Dr. Thielscher wahrnehmen. Unter diesen Voraussetzungen kann er sich täglich eine Dosis des Medikaments bekommen.

Für die betroffenen Patienten ist das eine große Entlastung. Sie brauchen sich nicht mehr um die Beschaffung der Drogen zu kümmern, dadurch sinkt auch die Kriminalitäts- und Prostitutionsrate deutlich. „Die meisten finden einen Weg zurück in ein normales soziales Leben“, so Dr. Thielscher. Darüber hinaus ist der größte Teil der Betroffenen durch die Substitutions-Therapie wieder in der Lage, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. „Rund 75 Prozent meiner Patienten gehen inzwischen einer versicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit nach“, weiß Dr. Thielscher, der seit mehr als 25 Jahren Patienten in diesem Programm behandelt.

Seit sie an dem Substitutions-Programm teilnehmen, sei ihre Lebensqualität deutlich gestiegen, betonen die beiden Patienten (sie möchten ihren Namen nicht öffentlich nennen), die Ende September stationär in der Psychiatrie behandelt wurden. Mit Dr. Thielschers Hilfe hätten sie es schon vor Jahren geschafft, von den Drogen loszukommen, sagen sie. Jetzt erhalten sie wöchentlich ein Rezept für Polamidon. Das Krankenhaus haben sie jetzt wieder aufgesucht, um ihre zusätzliche Alkoholsucht in Griff zu bekommen.

Für Alkohol-Abhängige bietet das Haus sowohl eine akute als auch eine qualifizierte Entgiftung an. Bei der akuten Entgiftung geht es in erster Linie darum, dass der Patient in fünf bis sieben Tagen einen körperlichen Entzug macht, den die Ärzte überwachen und medikamentös begleiten. „Meist werden die Patienten anschließend jedoch wieder rückfällig, denn sie müssten weiter therapiert werden, um ihre Sucht zu überwinden“, so die Erfahrung Dr. Thielschers. Wesentlich erfolgreicher sei die bis zu dreiwöchige qualifizierte Entgiftung.

Hier steht am Anfang auch zuerst der körperliche Entzug. Danach erhalten die Patienten zahlreiche Therapien. Sie haben die Möglichkeit, Entspannungstechniken zu erlernen, nehmen zusätzlich am Training sozialer Kompetenz, an der Psychotherapie und an der Ergotherapie teil. Schwerpunkt der Therapie sind Motivationsbehandlung und Klärung des weiteren Umgangs mit Alkohol. Nach der Entlassung hilft es den Patienten in der Regel, wenn sie eine Suchtberatung und eine Selbsthilfegruppe besuchen. „Es ist wichtig, dass sie nach der Zeit in der Klinik wissen, wie es für sie weitergehen kann“, sagt Dr. Thielscher. „Nicht selten ist aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung unsere Empfehlung, sich in eine Langzeittherapie zu begeben.“

Menschen mit Suchterkrankungen brauchen eine Perspektive und Unterstützung, um ihren Alltag ohne Drogen und ohne Alkohol zu meistern. „Wir helfen ihnen, die ersten Schritte in ein neues Leben zu gehen und unterstützen sie – falls erforderlich – auch mit einer Drogenersatztherapie“, so Thielscher. Die Lebensqualität dieser Patienten steigt dadurch -aber auch die Gesellschaft profitiert davon.

 

Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg

Krankenhausstraße 1
54634 Bitburg
Telefon:06561/64-0
Telefax:06561/64-2657
Internet:http://www.marienhaus-klinikum-eifel.de

Marienhaus Klinikum Eifel St. Elisabeth Gerolstein

Aloys-Schneider-Straße 37
54568 Gerolstein
Telefon:06591/17-0
Telefax:06591/17-499
Internet:http://www.marienhaus-klinikum-eifel.de

Diese Webseite verwendet Cookies.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren. Diese Cookies helfen uns dabei, Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten und unsere Webseite ständig zu verbessern. Mit dem Klick auf den Button “Akzeptieren” erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Für weitere Informationen über die Nutzung von Cookies oder für die Änderung Ihrer Einstellungen klicken Sie bitte auf “Details”.

Sie geben Ihre Einwilligung, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Datenschutz.

Informationen zum Betreiber der Seite finden Sie in unserem Impressum & Rechtliches.