Die Patienten sollen im Alltag gut mit ihrem Stoma zurechtkommen

Die Stoma-Expertin Heidi Heinen betreut und begleitet alle Patienten mit einem künstlichen Darmausgang im Marienhaus Klinikum Eifel in Bitburg

Prof. Dr. Christian Blöchle, der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, freut sich, dass Stoma-Expertin Heidi Heinen alle Patientinnen und Patienten mit einem künstlichen Darmausgang berät, unterstützt und schult.

22.03.2021

Bitburg. „Müssen wir Patienten am Darm operieren, dann kann es sein, dass wir bei ihnen ein Stoma anlegen müssen. Sie haben bekommen einen künstlichen Darmausgang“, so Prof. Dr. Christian Blöchle. Solche oftmals großen Operationen führt der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie und sein Team in Bitburg dann durch, wenn Patienten an Tumoren im Darm erkrankt sind. Aber auch wenn sie unter entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder an Divertikeln leiden, kann ein solcher Eingriff nötig sein. Häufig um den operierten Darm zu schonen, damit er in Ruhe heilen kann, oder weil ein großes Stück des Organs entfernt werden musste, wird der Darm mit der Bauchdecke vernäht und sein Inhalt entleert sich in einen Beutel, der auf dem Bauch befestigt ist. Bei den rund 90 Prozent dieser Patienten kann das Stoma nach drei bis vier Monaten zurückverlegt werden. „Ihr Darm ist dann geheilt und ist in der Lage, seine Funktion wieder aufzunehmen“, erläutert Prof. Blöchle.

 

Dennoch ist die Vorstellung, ein Stoma zu bekommen, für viele Menschen sehr unangenehm und löst häufig Schamgefühle aus. Die Erfahrung jedoch zeige, dass Betroffene mit einem Stoma meist alles tun können, was sie vor der OP getan haben. „Sie dürfen Sport treiben, schwimmen, in die Sauna gehen und können in der Regel wieder ganz normal in ihrem Beruf arbeiten“, sagt Heidi Heinen. Die Krankenschwester und Wundexpertin ist Fachkraft für Stomapflege. Sie unterstützt und begleitet alle betroffenen Patienten im Bitburger Krankenhaus.  

 

Bei vielen Patientinnen und Patienten steht schon vor der Operation fest, dass sie ein Stoma bekommen. Sie werden von den Chirurgen vorab gründlich aufgeklärt. Zusätzlich berät Heidi Heinen sie vor dem Eingriff. „Ich nehme mir Zeit für sie, denn oftmals haben sie viele Fragen und auch Ängste“, sagt sie. In Absprache mit dem Arzt zeichnet sie die Stelle auf dem Bauch des Patienten an, an der das Stoma angelegt wird. „Es soll den Patienten anschließend so wenig wie möglich behindern, deshalb achten wir zum Beispiel darauf, dass der künstliche Darmausgang – wenn möglich – nicht in einer Bauchfalte liegt“, so Heidi Heinen. Daneben gibt es aber immer auch Patienten, bei denen die Chirurgen während der Operation entscheiden, dass sie ein Stoma anlegen.

 

Alle betroffenen Patienten besucht Heidi Heinen schon kurz nach der Operation auf der Intensivstation. Sie bespricht mit ihnen, worauf sie zukünftig bei der Ernährung achten sollten und macht sie vertraut mit der Pflege des Stomas. Sie wählt die Versorgungsmaterialien aus, die optimal zum jeweiligen Patienten passen und schult sie im Umgang damit. „Denn wenn sie das Krankenhaus verlassen, sollten sie sich möglichst selbst versorgen können“, sagt sie. Dafür sei es erfahrungsgemäß jedoch wichtig, dass sie ihr Stoma annehmen und akzeptieren, dass sie damit leben müssen.

 

Denn selbst wenn ihr Stoma nach einigen Monaten wieder verschlossen wird, müssen sie in dieser Zeit mit dem künstlichen Darmausgang gut versorgt und unterstützt werden. Deshalb informiert Heidi Heinen ein Sanitätshaus in der Region. Dort arbeiten geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Patienten zu Hause besuchen und bei Bedarf anleiten. „Wir legen ganz besonderen Wert auf eine gute Übergabe bei der Entlassung, denn ich möchte, dass es den Patienten zu Hause gut geht“, sagt Heidi Heinen. Deshalb dürfen die Patientinnen und Patienten sie auch nach dem Krankenhausaufenthalt anrufen, wenn sie Fragen oder Probleme mit dem Stoma haben.

 

Um die Patienten zusätzlich zu unterstützen, stellt Heidi Heinen immer auch den Kontakt zur Selbsthilfegruppe für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs her. „Es hilft ihnen, wenn sie erleben, dass sie nicht die einzigen mit dieser Erkrankung sind“, so Prof. Blöchle. Zudem können sich die Patienten mit ebenfalls Betroffenen austauschen. Das helfe ihnen, im Alltag mit ihrem Stoma zurechtzukommen.

 

Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg

Krankenhausstraße 1
54634 Bitburg
Telefon:06561/64-0
Telefax:06561/64-2657
Internet:http://www.marienhaus-klinikum-eifel.de

Marienhaus Klinikum Eifel St. Elisabeth Gerolstein

Aloys-Schneider-Straße 37
54568 Gerolstein
Telefon:06591/17-0
Telefax:06591/17-499
Internet:http://www.marienhaus-klinikum-eifel.de

Diese Webseite verwendet Cookies.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren. Diese Cookies helfen uns dabei, Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten und unsere Webseite ständig zu verbessern. Mit dem Klick auf den Button “Akzeptieren” erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Für weitere Informationen über die Nutzung von Cookies oder für die Änderung Ihrer Einstellungen klicken Sie bitte auf “Details”.

Sie geben Ihre Einwilligung, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Datenschutz.

Informationen zum Betreiber der Seite finden Sie in unserem Impressum & Rechtliches.