Das Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg baut sein kardiologisches Leistungsspektrum weiter aus: Ab sofort bietet das Team der Kardiologie die Implantation sogenannter LAA-Occluder an. Das minimalinvasive Verfahren kann insbesondere für Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern infrage kommen, bei denen eine dauerhafte Blutverdünnung mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden ist.
Für Betroffene aus dem Eifelkreis bedeutet die neue Leistung kürzere Wege und eine Behandlung in vertrauter Umgebung. Bislang war die Implantation eines LAA-Occluders in der Regel nur an spezialisierten Zentren außerhalb Bitburgs, beispielsweise in Trier möglich.
Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Betroffene haben ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Deshalb erhalten viele Patientinnen und Patienten dauerhaft blutverdünnende Medikamente. Diese können jedoch das Risiko für Blutungen erhöhen. Insbesondere bei Menschen, die bereits schwere Blutungen erlitten haben oder bei denen eine langfristige Blutverdünnung problematisch ist, kann die sogenannte LAA-Okklusion eine Alternative darstellen.
„Ein typisches Beispiel ist eine unserer Patientinnen“, erläutert Prof. Rainer Zotz, Chefarzt der Kardiologie. „Frau M. ist 68 Jahre alt und herzkrank. Um ihr Risiko für einen Schlaganfall zu senken, benötigt sie zwingend eine blutverdünnende Therapie. Unter dieser Behandlung kam es jedoch wiederholt zu Blutungen im Dünndarm. Diese Blutungsquellen sind endoskopisch nur schwer erreichbar und treten häufig auch nach zunächst erfolgreicher Behandlung erneut auf. Die Patientin musste bereits mehrfach Bluttransfusionen erhalten. Würde die Blutverdünnung abgesetzt, würde ihr Schlaganfallrisiko deutlich ansteigen. Gleichzeitig waren die wiederkehrenden Blutungen, die notwendigen Eingriffe und Krankenhausaufenthalte für die Patientin sehr belastend. Die LAA-Okklusion bietet in solchen Fällen die Möglichkeit, das Schlaganfallrisiko weiterhin wirksam zu senken und zugleich das Blutungsrisiko zu reduzieren, weil die dauerhafte Blutverdünnung häufig beendet werden kann.“
Bei dem Eingriff wird ein spezieller Verschlusskörper über einen Katheter in das linke Vorhofohr eingesetzt. Dort können sich bei Vorhofflimmern häufig Blutgerinnsel bilden, die in der Folge einen Schlaganfall auslösen können. Der Verschluss des Vorhofohrs reduziert dieses Risiko, ohne dass dauerhaft eine intensive Blutverdünnung erforderlich sein muss.
Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv und dauert in der Regel etwa eine Stunde. Viele Patientinnen und Patienten können das Krankenhaus bereits am folgenden Tag wieder verlassen.
Das Behandlungsteam des Marienhaus Klinikums Eifel Bitburg hat die hierfür erforderliche Spezialqualifikation erfolgreich absolviert und bietet das Verfahren nun am Standort Bitburg an.
Das Verfahren kann insbesondere für Patientinnen und Patienten geeignet sein, die unter Vorhofflimmern leiden und ein erhöhtes Schlaganfallrisiko sowie gleichzeitig ein erhöhtes Blutungsrisiko haben. Auch bei Betroffenen, bei denen unter einer Blutverdünnung wiederholt Blutungen aufgetreten sind können von der Behandlung profitieren. Darüber hinaus ist der Eingriff eine Alternative für Menschen, bei denen eine dauerhafte Blutverdünnung nicht oder nur eingeschränkt möglich ist.
Ob eine LAA-Okklusion infrage kommt, wird stets individuell anhand der persönlichen Krankengeschichte sowie des Schlaganfall- und Blutungsrisikos geprüft.
Termine und weitere Informationen erhält man unter 06561/64552528.
Unter Innere Medizin 1 - Kardiologie und Angiologie findet man das ausführliche Leistungsspektrum.
Bildunterzeile: Oberarzt Malek Abual-Rub, Svenja Thome, Nicole Hammes, Oberarzt Eswaihal Isteita und Pflegerische Leitung Tim Schumacher. Foto: Tim Schumacher
