Mit einer feierlichen Segnung hat das Marienhaus Klinikum Eifel in Gerolstein seine neue Station G04 mit dem Schwerpunkt Sucht offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Gemeinsam mit Mitarbeitenden, Gästen und dem Direktorium segneten Klinikseelsorger Carlos Fischer-Peitz und Krankenhausoberer Alexander Eberl-Loof die neuen Räumlichkeiten.
Im Mittelpunkt der Feier standen die Menschen, die künftig auf der Station behandelt werden, ebenso wie die Mitarbeitenden, die sie auf ihrem Weg begleiten. In Gebeten und Segensworten baten Carlos Fischer-Peitz und Alexander Eberl-Loof um Kraft, Zuversicht und Begleitung für alle, die hier Hilfe suchen, neue Perspektiven entwickeln oder Verantwortung für andere übernehmen.
Die neue Station richtet sich insbesondere an Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und Mehrfachabhängigkeiten (Polytoxikomanie). Derzeit stehen zehn Behandlungsplätze zur Verfügung. Perspektivisch wird die Kapazität auf 15 Betten ausgebaut, um damit die Versorgung von suchtkranken Menschen in der Region weiter zu stärken.
Auf der Station werden sowohl qualifizierte als auch körperliche Entgiftungen durchgeführt. Darüber hinaus behandelt das Team Patientinnen und Patienten in akuten psychischen Krisensituationen, sofern keine Unterbringung auf einer geschützten Station erforderlich ist. Auch die Umstellung einer Substitutionsbehandlung – also der ärztlich überwachten Umstellung von illegalen Opioiden auf Ersatzstoffe – gehört zum medizinischen Leistungsspektrum.
Stationsleiter Vitali Hertz sagt: „Abhängigkeitserkrankungen sind komplexe Erkrankungen, die häufig mit erheblichen körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen verbunden sind. Mit der Station G04 schaffen wir ein Angebot, das Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen gezielt unterstützt und stabilisiert.“
Die Behandlung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team aus Pflegefachkräften, Ärzten, Psychologen sowie therapeutischen Fachkräften. Zum Therapieangebot zählen Einzelgespräche, Gruppentherapien, Ergotherapie, Bewegungstherapie, Suchtgruppen und eine engmaschige medizinische Überwachung während des Entzugs. Ergänzt wird das Angebot durch alltagspraktische Trainings, etwa in Form von Kochgruppen, sowie Aromapflege zur Unterstützung des Wohlbefindens.
Aktuell kümmern sich acht Pflegekräfte, ein Arzt und ein Psychologe um die Patientinnen und Patienten. Mit dem weiteren Ausbau der Station soll das Team schrittweise wachsen.
„Wenn Menschen zu uns kommen, befinden sie sich oft in einer sehr belastenden Lebenssituation. Die Station bietet ihnen einen geschützten Ort, an dem sie medizinische Hilfe, therapeutische Unterstützung und neue Zuversicht finden können. Gemeinsam mit unserem engagierten Team schaffen wir hier einen Raum, in dem Veränderung möglich wird“, betont Pflegedirektorin Bianca Nonweiler.
Bildunterzeile: Gemeinsam mit dem Direktorium, Kolleginnen und Kollegen feiert das Team die Segnung der neuen Station in Gerolstein. Foto: Annika Bier
