Übergabe an den nachfolgenden Dienst im Beisein der Patientinnen und Patienten
Seit etwa einem Jahr findet auf der Station 4 die Übergabe direkt am Pflegebett statt und damit im Beisein der Patientin oder des Patienten. Dieser Prozess entstand aus einem Projekt, das von Stationsleiterin Ellenore Schmitz maßgeblich aufgebaut und im Pflegealltag verankert wurde.
Üblicherweise findet die Übergabe beim Schichtwechsel der Pflegekräfte im Stationszimmer statt. Die Besprechungen ziehen sich oftmals in die Länge, weil sie durch Telefonanrufe, Angehörige oder Kolleginnen und Kollegen anderer Abteilungen gestört werden.
Patientinnen und Patienten fühlen sich besser aufgeklärt
Mit der Übergabe direkt am Patientenbett hat sich das verändert. Ellenore Schmitz berichtet: „Wir geben die Informationen zum jeweiligen Patienten am Bett ungestört, gebündelt und konzentriert an unsere Kolleginnen und Kollegen weiter. Dadurch können wir über die Hälfte der Zeit einsparen. Die Übergabe dauert statt anderthalb Stunden oft nur noch rund 40 Minuten." Zudem nehmen die Pflegekräfte wahr, dass die Patientinnen und Patienten sich durch diese neue Form der Übergabe spürbar sicherer und aufgeklärter fühlen.
Auch Senioren in Bad Breisig sollen von den Vorteilen profitieren
Die Delegation aus dem Marienhaus Seniorenzentrum St. Josef Bad Breisig wollte sich über die positiven Auswirkungen der Übergabe am Patientenbett informieren. "Wir möchten erfahren, in welcher Form sich das Projekt auch in der stationären Altenhilfe umsetzen lässt, sodass Mitarbeitende und Bewohnerinnen und Bewohner davon profitieren", sagt Einrichtungsleiter Jörg Warnke. Gerade für ältere Menschen könne die Übergabe in ihrem Beisein wertvoll sein, ergänzt er. „Wir sind so in der Lage, noch besser auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Zudem kann ihnen diese Form der Übergabe Halt geben, den Tag strukturieren und Erinnerungsarbeit unterstützen – etwa, wenn wir daran erinnern: ‚Heute kommt der Chor‘ oder ‚Morgen steht eine Untersuchung an‘.“ Allerdings sieht er auch, dass die Methode nicht für jeden Bewohner passend sei, etwa bei stark dementiell veränderten Menschen. Aber: „Viele würden davon profitieren – und genau darum lohnt sich der Blick über den Tellerrand“, ist er überzeugt.
Wertvoller Erfahrungsaustausch zum Wohle der Betroffenen
Pflegedirektorin Bianca Nonweiler betont: „Wir können innerhalb des Verbunds Marienhaus einrichtungsübergreifend unglaublich viel voneinander lernen – solche Besuche sind oft wertvoller als jede theoretische Fortbildung. Wir sind eine große Familie und sich gegenseitig zu unterstützen gehört dazu.“
Den Vertreterinnen und Vertretern beider Einrichtungen ist wichtig, bei diesem ersten Treffen die Weichen für einen regelmäßigen Austausch zu stellen. Ziel dabei ist es, in einem nächsten Schritt zum Beispiel die Schnittstelle zwischen Krankenhaus und Senioreneinrichtung in den Blick zu nehmen – um den Übergang von einem Klinikaufenthalt in die Senioreneinrichtung und umgekehrt, für alle Beteiligten zu erleichtern.
„Für uns steht immer der Mensch im Mittelpunkt“, fasst Bianca Nonweiler zusammen. „Wenn wir durch gemeinsames Lernen besser werden, profitieren am Ende genau die, die uns am wichtigsten sind: unsere Patientinnen und Patienten.“
Bildunterschrift: Die Leitung des Marienhaus Seniorenzentrums St. Josef Bad Breisig informiert sich über die Umsetzung der „Übergabe am Pflegebett“ im Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg.
Foto: Annika Bier
