Die Spendensumme kam durch eine interne Aktion zustande: Für jeden ausgefüllten Rückmeldebogen, den Patientinnen und Patienten nach ihrem Klinik-Aufenthalt abgeben, wird im Klinikum ein Euro in einem Spendentopf gesammelt. Mit diesem Geld werden dann regelmäßig gemeinnützige Projekte und Organisationen unterstützt. Alexander Eberl‑Loof entschied sich bewusst dafür, den Betrag dieses Mal an Alexandra Emmel weiterzugeben.
Ein Andenken für trauernde Eltern
Seit mehreren Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich für Eltern von sogenannten Sternenkindern. Als Sternenkinder werden Kinder bezeichnet, die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben. Für viele Eltern bleibt diese kurze Lebenszeit oft unsichtbar – Erinnerungen oder Andenken fehlen. Genau hier setzt das Engagement von Alexandra Emmel an. Sie fotografiert die verstorbenen Kinder unter anderem im Kreißsaal Bitburg und schenkt betroffenen Familien bleibende Erinnerungen an ihr Kind.
Alexandra Emmel fotografiert ehrenamtlich Sternenkinder
Die Motivation für dieses besondere Ehrenamt ist persönlich geprägt: Alexandra Emmel hat selbst zwei Fehlgeburten erlebt.
„Ich habe nur Ultraschallbilder. Es gibt sonst keinen Beweis dafür, dass meine Kinder existiert haben“, berichtet sie. Aus diesem Wunsch heraus nach einem Andenken begann sie, Sternenkinder zu fotografieren – damit andere Eltern etwas haben, was ihr selbst gefehlt hat.
Einsätze sind nicht planbar
Die Einsätze sind emotional fordernd und oft nicht planbar. „Wenn ich einen Anruf bekomme, versuche ich, sofort hinzufahren – auch nachts oder am Wochenende“, sagt Emmel. Möglich ist dieses Engagement nur durch den Rückhalt ihrer Familie.
Alexander Eberl‑Loof würdigt dieses Engagement ausdrücklich:
„Für gewöhnlich gibt es nach einer Fehlgeburt kein Andenken. Frau Emmel schenkt den Eltern etwas sehr Wertvolles.“
Zugleich kündigte er an, sich künftig dafür einsetzen zu wollen, in der Krankenhaus‑Kapelle einen Ort des Gedenkens für Sternenkinder einzurichten.
Bildunterschrift
Oberer Alexander Eberl-Loof mit Alexander Emmel. Foto: Annika Bier
